Anreise

Mit vielen Komplikation bin ich nach ca.25h ohne mein Gepäck auf Maui angekommen. Jetzt sitzen wir auf der Terrasse und heizen den Grill an. Morgen Vormittag werde ich als erstes bei United Airleines anrufen und nachfragen, wann genau ich mein Koffer und Boardbag abholen kann.


Der fiese Klingelton meines Weckers ertönt um 4:15 in meinen Ohren, ich öffne langsam die Augen und finde mich nach langer Zeit in dem vertrauten Bett meines Kinderzimmers wieder, wo ich mich am liebsten noch einmal umdrehen und weiter von Hawaii träumen würde. Nach einer heißen Dusche kann ich jedoch meinen immer noch schläfrigen Augen kaum trauen, als ich den von meiner Mutter zu dieser unmenschlichen Zeit gezauberten Frühstückstisch sehe. Bei perfekt gekochten Eiern, frischem Schwarzbrot mit auch dünn geschnittenem Schinken, vitaminreichen Kiwis und Pfirsichen, frisch gepresstem O-Saft und einer Kanne Tee werden letzte mütterliche Sorgen durchgesprochen und dann geht’s bei strömenden Regen zum Terminal 2 am Hamburger Flughafen.
Sonderbarer Weise scheint es beim Check-In heute keine Probleme zu geben. Die sympathische Dame am Schalter erzählt mir von ihrem Hawaii-Urlaub, während sie beim Smal-Talk meine Daten für die E-Tickets aufnimmt. Auch der Koffer liegt mit 23,4 Kilogramm im Toleranzbereich und stellt kein Problem dar. Beim Anblick meines Naish-Golfbags versiegt schlagartig ihre lockere offene Art und ich bekomme eine Belehrung vom feinsten, dass die Anmeldung von Surfgepäck als Golfgepäck eine Unverschämtheit sei.  Ich versuchte, durch freundlich und plausibel formulierte Argumente eine Lösung mit ihr zu finden. Eine Nachzahlung von 150,- Euro pro Strecke lehnte ich jedoch dankend ab. Nach weiteren knappen 10 Minuten Diskussion einigten wir uns darauf, dass ich 10kg aus dem Boardbag in mein Handgepäck umpacke und sie eine Ausnahme macht. Umgepackt und bereit zum Entgegennehmen meiner Boarding-Cards wollte sie die mir nicht bekannte Adresse auf Hawaii wissen, da ich ansonsten nicht fliegen könne. Dieses Problem war jedoch dank der Zeitzonen um kurz nach sechs Uhr morgens in Deutschland mit einem kurzen Anruf von Jon Malmberg auf Maui zu lösen. Jetzt konnte es also endlich los gehen.
Am Board angekommen, nehme ich meinen Platz zwischen einem windsurfenden Unternehmensberater aus München und einer älteren Dame die sich für ein Entwicklungshilfeprojekt auf dem Weg nach Nikaragua befindet ein. Anstatt wie geplant um 7:20 abzufliegen bleiben wir noch bis um 9:10 am Gate C16 in Hamburg stehen und warten darauf, dass sich der Nebel in Frankfurt legt. 45 Minuten später komme ich gerade noch rechtzeitig in Frankfurt an, um 50 Minuten nach der regulären Boarding time in die Maschine nach San Franzisko zu sprinten.
In San Franzisko geht es direkt nach der pünktlichen Landung zum Frage-Antwort-Spiel. Nachdem der ehemals in Deutschland stationierte Soldat beim scannen meiner Fingerabdrücke seine Sprachkenntnisse testet, muss ich ihm erklären, wie ich ohne Kreditkarte und mit so wenig Bargeld auf Maui überleben würde ohne zu arbeiten. Ich versichere ihm, dass Naish sich um mich und die anderen Teamfahrer kümmern wird und wir in guten Händen sind. Als ich auf mein Gepäck warte, ertönt durch die Lautsprecher mein Name. Ich solle doch bitte zur Information kommen. Dort erfahre ich, dass es nicht um Drogen-, Waffenschmuggel oder eine Bombe geht, sondern sich meine beiden Gepäckstücke immer noch in Frankfurt befinden. Die Problematik lag darin, dass die Zeit zum Verladen Frankfurt durch den verspäteten Abflug in Hamburg zu knapp war. Immerhin schaffte ich es selbst nur im Eiltempo rechtzeitig zur Boing nach San Franzisko.
Jetzt sitze ich neben einem kleinen Mädchen von 6,5 Jahren im UA Flieger nach Maui und frage mich, was auf diesem Trip noch alles schief laufen könnte. Ich bin gespannt, ob Jon am Flughfen auf mich warten wird und ob mein Gepäckmorgen vollständig ankommen wird. Wenn ja, sollte die Zeit auf Maui umso besser werden, immerhin war die Anreise mit genügend Komplikationen und Stress verbunden.